Die Preislandschaft für Steam-Spiele hat sich in den letzten zwei Jahren merklich verändert. Während die Pandemie und die Zeit danach eine gewisse Inflation bei den Spielepreisen verursachten, hat der Aufstieg erschwinglicher Indie-Titel neue Dynamiken eingeführt.
Spiele in Genres wie Roguelikes, Survival und Koop-Erlebnisse werden heute oft zwischen 5 und 15 US-Dollar veröffentlicht und bieten Spielern einen erheblichen Wiederspielwert, ohne die hohen Kosten, die traditionell mit Neuerscheinungen verbunden sind. Unterschiedliche Preisstrategien koexistieren weiterhin. Zum Beispiel wurde Necesse, ein Sandbox-Crafter und Koloniesimulator, für 10 US-Dollar veröffentlicht und hat nie mehr als 15 US-Dollar gekostet.
Andererseits debütierte The Last Caretaker, ein Survival-Titel, der sich noch im Early Access befindet, für 35 US-Dollar und erzielt weiterhin gute Verkaufszahlen. Daten zur Spielzeit deuten darauf hin, dass niedrigere Preise nicht unbedingt weniger Inhalt bedeuten; sowohl Necesse als auch CloverPit weisen eine mittlere Spielzeit von etwa sechs Stunden und eine durchschnittliche Spielzeit von über zehn Stunden auf.
Ein Blick auf aktuelle Steam-Sales
Daten vom September 2025 zeigen ein klares Preismuster. Große Releases wie Borderlands 4 und Dying Light: The Beast werden immer noch für 60–70 US-Dollar angeboten, während ein signifikanter Teil der Top-Seller im Bereich von 5–10 US-Dollar liegt, darunter Megabonk, CloverPit und Keep Digging. Spiele im Preisbereich von 15–20 US-Dollar bilden eine weitere bemerkenswerte Gruppe, während mittlere Preise zwischen 25 und 55 US-Dollar relativ selten sind.
GameDiscoverCos Daten zu den Top 50 neuen Nicht-Free-to-Play-Steam-Spielen nach monatlich verkauften Einheiten seit Februar 2023 zeigen einen Abwärtstrend bei den Medianpreisen. Der durchschnittliche Spielepreis in diesem Zeitraum ist leicht von 21,80 US-Dollar auf 21,41 US-Dollar gesunken, ein Rückgang von 2 %. Der Medianpreis zeigt jedoch einen stärkeren Rückgang von 19,50 US-Dollar auf 15,64 US-Dollar, ein Rückgang von 20 %. Dies deutet darauf hin, dass eine steigende Anzahl preisgünstigerer Spiele die Verkaufszahlen in Bezug auf Einheiten dominiert.
Eine umsatzbasierte Analyse zeichnet ein ähnliches Bild. Der durchschnittliche umsatzbasierte Launch-Preis sank von 26,20 US-Dollar auf 25,76 US-Dollar, während der mediane umsatzbasierte Preis von 23,70 US-Dollar auf 20,35 US-Dollar fiel. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass selbst unter Berücksichtigung des Umsatzes anstelle der Einheiten kostengünstigere Titel einen messbaren Einfluss auf den Markt haben.
Herausforderungen für mittelpreisige Spiele
Die Daten zeigen, dass eine Preisgestaltung zwischen 20 und 40 US-Dollar für Neuerscheinungen zunehmend schwierig ist, insbesondere für Spiele ohne etablierte IP oder eine bewährte Fanbase. Erfolgreiche Titel in diesem Bereich, wie Dispatch (30 US-Dollar), PowerWash Sim 2 (25 US-Dollar) und Titan Quest II (35 US-Dollar), sind oft Sequels, bekannte Franchises oder verfügen über eine signifikante Markenbekanntheit.
Für völlig neue Intellectual Properties erfordert ein Launch über 25 US-Dollar eine sorgfältige Abwägung von Gameplay-Tiefe, Wiederspielwert und Gesamtwert im Vergleich zu kostengünstigeren Indie-Alternativen und Premium-Releases für 60–70 US-Dollar. Survival- und Crafting-Spiele mit komplexen Systemen können immer noch höhere Preise rechtfertigen, aber der Mid-Tier-Bereich ist enger als früher.
Historischer Kontext und Marktdruck
Der Abwärtstrend bei den Preisen wurde Ende 2023 deutlicher. Im März 2024 wurden mehrere Top-Seller unter 10 US-Dollar angeboten, darunter Titel wie Content Warning, Rusty’s Retirement und Buckshot Roulette. Häufige Steam-Katalog-Sales und starke Rabatte auf ältere Spiele haben ebenfalls dazu beigetragen, dass Spieler niedrigere Preise für Neuerscheinungen erwarten. Indie-Entwickler sind zunehmend in der Lage, wiederspielbare Spiele mit geringerem Budget zu erstellen, was diesen Trend weiter verstärkt.
Im Jahr 2025 müssen Entwickler die Preisgestaltung sorgfältig gegen den Spielumfang und die Erwartungen der Spieler abwägen. Obwohl der Markt nicht mit minderwertigen Spielen übersättigt ist, haben Spieler jetzt mehr erschwingliche Optionen als je zuvor, was die Preisstrategie zu einer wichtigen Überlegung für Studios jeder Größe macht.
Quelle: GameDiscoverCo
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Werden Steam-Spiele insgesamt günstiger?
Ja. Daten der letzten zwei Jahre zeigen, dass der Medianpreis neuer Steam-Spiele deutlich gesunken ist, hauptsächlich aufgrund eines Anstiegs kostengünstiger Indie-Releases.
Bedeutet ein niedrigerer Preis weniger Gameplay?
Nicht unbedingt. Viele Indie-Spiele unter 15 US-Dollar, wie Necesse und CloverPit, bieten mittlere Spielzeiten von sechs Stunden und Durchschnitte von über zehn Stunden.
Warum sind mittelpreisige Spiele (25–40 US-Dollar) schwieriger zu verkaufen?
Mittelpreisige Spiele haben oft Schwierigkeiten, es sei denn, es handelt sich um etablierte Franchises oder sie verfügen über eine erkennbare IP. Spieler vergleichen sie sowohl mit preiswerten Indie-Spielen als auch mit Premium-Releases für 60–70 US-Dollar.
Wie beeinflussen Sales und Rabatte die Preistrends?
Häufige Rabatte auf ältere Spiele und Katalog-Sales üben einen Abwärtsdruck auf die Preise aus und beeinflussen die Erwartungen der Spieler an neue und bestehende Titel.
Sollten Entwickler neue IPs niedrig bepreisen, um wettbewerbsfähig zu sein?
Die Preisstrategie hängt von der Spieltiefe und dem Umfang ab. Während niedrigere Preise Spieler anziehen können, können komplexe oder wiederspielbare Spiele immer noch höhere Preise rechtfertigen, insbesondere in Nischengenres wie Survival oder Crafting.




