Der Aufstieg und Fall des Play-to-Earn-Gamings hat ein großes Problem in der Art und Weise aufgezeigt, wie Spiele um Finanzspekulationen herum aufgebaut wurden. Einst als Durchbruch sowohl im Gaming als auch im Online-Einkommen angesehen, hat das Play-to-Earn (P2E)-Modell stark an Bedeutung verloren. Große Projekte wurden eingestellt, das Spielerinteresse ist gesunken und die Finanzierung für Web3-Games fiel im ersten Quartal 2025 um mehr als 70 %. Dieser Zusammenbruch zeigt ein tieferes Problem mit dem Modell selbst – die Verknüpfung von Belohnungen mit Token-Preisen machte den Spielspaß von instabilen Märkten abhängig.

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Die Mängel des Play-to-Earn-Modells
Das P2E-System basierte auf der Idee, dass Spieler durch In-Game-Aktivitäten Tokens verdienen und diese Tokens dann gegen realen Wert eintauschen könnten. Theoretisch würde dies die Nutzerbasis vergrößern und die Token-Preise erhöhen. Doch das Modell war auf einen konstanten Zustrom neuer Spieler angewiesen, um die Nachfrage hochzuhalten. Sobald die Token-Preise stagnierten, begannen die Spieler abzuwandern.
Entwickler verloren eine wichtige Einnahmequelle, und der Wert der Tokens sank. Dies war mehr als nur ein Marktrückgang. Es zeigte, dass das Modell nicht auf Dauer ausgelegt war. In den meisten Fällen traten neue Spieler dem Spiel nur bei, um festzustellen, dass sich die Auszahlung nicht lohnte. Als sie das Spiel verließen, löste dies einen Kreislauf aus sinkender Nachfrage, reduzierten Token-Preisen und geringerem Engagement aus.
Im April 2025 sank die Zahl der täglich aktiven Wallets auf nur 4,8 Millionen – der niedrigste Wert des Jahres und ein Rückgang um 10 % gegenüber dem Vormonat. Das System war zu fragil und die User Experience zu unvorhersehbar. Im Gegensatz zu traditionellen Games, die In-Game-Währung selten als realen Vermögenswert behandeln, drängte P2E die Spieler in Rollen, die sie nicht wollten – Händler statt Gamer.

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Hin zu Eigentum
Eine wachsende Zahl von Entwicklern wendet sich nun einem anderen Modell zu: Play-to-Own (P2O). Dieser Ansatz entfernt sich davon, Spieler mit inflationären Tokens zu belohnen. Stattdessen konzentriert er sich auf digitale Assets, die Spieler tatsächlich besitzen können. Gegenstände wie Skins, Waffen und Avatare werden als Sammlerstücke mit begrenztem Angebot behandelt. Diese Assets haben einen Wert aufgrund ihrer Verwendung im Spiel und weil sie auf Sekundärmärkten gekauft und verkauft werden können.
Dieses Modell hat seine Wurzeln im bereits bestehenden Verhalten von Spielern in traditionellen Games. Menschen schätzen seltene Gegenstände und Kosmetika. Was die Web3-Technologie hinzufügt, ist die Möglichkeit, Eigentum und Knappheit nachzuweisen. Das verleiht diesen Gegenständen einen dauerhaften Wert über die Spiele selbst hinaus. Analysten erwarten nun, dass der NFT-Gaming-Sektor bis 2034 jährlich um fast 25 % wachsen wird – ein Zeichen dafür, dass das Interesse an Eigentum steigt, auch wenn die Token-Spekulation nachlässt.

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Stärkere Spielökonomien aufbauen
Damit Play-to-Own funktioniert, muss das Spiel selbst gut konzipiert sein. Eigentum muss eine Rolle spielen. Das bedeutet, Gegenstände begrenzt zu halten, sie nützlich zu machen und Systeme zu entwerfen, um einige Gegenstände allmählich aus dem Verkehr zu ziehen. Diese "Sink-Mechaniken" sind wichtig, um die Art von Asset-Inflation zu verhindern, die in P2E Probleme verursachte.
Einige Kritiker argumentieren, dass Wiederverkaufsmärkte die gleichen Probleme wieder aufleben lassen könnten, aber die Dynamik ist anders. In einem gesunden System handeln Spieler Gegenstände so, wie Menschen physische Sammlerstücke handeln – basierend auf dem, was sie mögen, nicht auf dem, was sie zu verdienen erwarten. Und solange Entwickler sorgfältig über Angebot und Nachfrage nachdenken, kann die Wirtschaft im Gleichgewicht bleiben. Asset-Eigentum muss nicht zu ungezügelter Inflation führen. Es erfordert lediglich sorgfältige Planung und langfristiges Denken.

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Aus Fehlern lernen
Viele Web3-Gaming-Projekte sind bereits gescheitert. Mehr als 90 % der angekündigten Blockchain-Games sind nicht mehr aktiv. Die GameFi-Kategorie verlor über 95 % ihres Gesamtwertes gegenüber den Höchstständen, wobei viele Projekte nur wenige Monate überdauerten. Ein gemeinsames Muster dieser Misserfolge war, dass sie zuerst finanzielle Renditen versprachen und das Gameplay später – wenn überhaupt – lieferten.
Einige der wenigen verbleibenden Projekte haben ihren Fokus auf Assets mit fester Versorgung und tieferes, lohnenderes Gameplay verlagert. Diese Spiele haben auch in Zeiten geringeren Investoreninteresses eine bessere Retention und Wallet-Aktivität gezeigt. Das ist ein Zeichen dafür, dass Spieler eher bleiben, wenn das Spiel Spaß macht und Eigentum eine echte Bedeutung hat.

Web3 Game Shutdowns in 2025
Eine neue Richtung für Web3-Gaming
Das P2E-Modell machte kühne Versprechungen, hielt dem Druck aber nicht stand. Während sich der Markt anpasst, scheint die Zukunft des Web3-Gamings auf nachhaltigere Systeme zuzusteuern. Spiele, die weiterhin auf Token-Emissionen setzen, werden wahrscheinlich weiter zurückgehen. Andererseits haben diejenigen, die sich auf Eigentum, begrenzte Versorgung und starkes Gameplay konzentrieren, eine bessere Chance auf dauerhaften Erfolg.
Spieler brauchen keine finanziellen Anreize mehr, um ein Spiel zu genießen. Was sie brauchen, sind Erlebnisse, die sich lohnend anfühlen, und Gegenstände, die einen Wert haben, weil sie genutzt werden – nicht, wie schnell sie verkauft werden können. Play-to-Own bietet eine Möglichkeit, Spielökonomien aufzubauen, die nicht auf Hype angewiesen sind. Anstatt kurzfristige Gewinne zu versprechen, schafft es durchdachtes Design dauerhaften Wert. Das ist die Richtung, die viele im Web3-Bereich jetzt einschlagen.


